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The World of Charles & Ray Eames bei C-Mine in Belgien


Eames Chairs im Rampenlicht

Von Órlaith Moore

Die lebendigen, kurvenreichen Sitzschalen aus geformtem Fiberglas und Schichtholz, die so typisch für die ikonischen Stuhlentwürfe von Charles und Ray Eames sind – ebenso wie eine Reihe anderer vielseitiger Projekte des dynamischen Duos – werden derzeit noch bis zum 28. Mai in Genk (Belgien) ausgestellt. Fans – so wie wir es sind – könnten nicht glücklicher darüber sein. Natürlich schufen die Eames die berühmteste Sitzmöbel-Kollektion des 20. Jahrhunderts. Dennoch zeichnet The World of Charles & Ray Eames ein viel umfassenderes Bild der beiden und zeigt, dass sie mehr waren als nur talentierte Möbeldesigner. Die weltweite Wanderausstellung wirft ein Licht auf das Erbe des Studios, dessen Ethos, Vorstellungskraft und auf das Experimentelle als fortlaufende Quelle der Inspiration für viele spätere Generationen.

The World of Charles & Ray Eames bei C-Mine Genk Foto © Eames Office; Abbildung mit freundlicher Genehmigung von C-Mine „Charles und Ray Eames sind auch heute noch relevant, nicht nur durch ihre produzierten Werke, sondern auch wegen ihrem Standpunkt in Bezug auf Design und Lebensstil, der ihren Arbeiten zugrunde lag“, sagt Catherine Ince, die Kuratorin der ursprünglichen Originalausstellung im im Londoner Barbican in 2015. „Ihr kreativer Anspruch war sehr breit gefächert. Die multidisziplinäre Ausrichtung des Eames Office wird heute von vielen nachgeahmt. Die Eames Arbeiten sind geprägt von dem Verlangen, damalige soziale Probleme anzusprechen. Sie sollten in kreativer Form die Fortschritte im Bereich Technologie, Wissenschaft und Kommunikationstheorie aufgreifen. Diese Sensibilität gegenüber einem größeren Kontext, zusammen mit einem tiefen Verständnis für die Verbindung zwischen den Dingen und der Fähigkeit - um an dieser Stelle die Eames selbst zu zitieren - „die Dinge in Beziehung zueinander zu sehen“, haben die weitreichende Weltsicht der Eames nachhaltig geprägt.

Endlos fasziniert von neuen Materialien und neuen Produktionsmethoden, versuchten die Eames „die einfache Sache, das Beste für das Wenigste für die größte Zahl an Leuten“ zu erschaffen. Schon früh stellten sie fest, dass formbares Material die Herstellung optimieren kann. Dies reichte von den Sperrholz-Splinten, die sie während des Zweiten Weltkriegs herstellten, und den LCW Chairs (1945) bis zum La Chaise (1948) und DAX Armlehnstuhl (1948) aus geformtem Fiberglas. Mit letzterem erfüllten sie sich zudem ihren Traum, eine Lösung für die Produktion eines Sitzes aus einer einzigen Sitzschale zu finden. In den 1950er Jahren entwickelten die Eames eines ihrer luxuriösesten Modelle, den Eames Sessel mit Fußhocker (1956). Inspiriert vom Klubsessel des 19. Jahrhunderts umschließt dieser großzügig ausladende Loungesessel den Sitzenden wie – mit den Worten von Eames Enkel Eames Demetrios gesprochen - „ein oft getragener Baseballhandschuh“. Während die Nutzung von Palisander und Leder für dieses Stück für die Eames einen uncharakteristischen Ausflug ins Luxussegment bedeutete, hält der Eames Sessel dennoch unerschütterlich an den Prinzipien von Reduktion und Rationalität fest. Die Vollkommenheit, die jeder Entwurf des Eames Office in sich trägt, führt zu einer ungebrochenen Beliebtheit unter Konsumenten und sorgt dafür, dass sich nahezu alle Eames Designs seit Mitte des letzten Jahrhunderts in durchgängiger Produktion von  Vitra und Herman Miller befinden.

Abseits von Möbelstücken haben Charles und Ray Eames auch sehr erfolgreich die Welt der Architektur, der Militärproduktion, der Fotografie, des Filmemachens, des Grafik- und Spielzeugdesigns und der Bildung erkundet. Sie haben sich der Verbesserung des Lebensstandards der Gesellschaft im Amerika der Nachkriegszeit verschrieben und nirgends ist ihr zweckmäßiger aber gleichermaßen gefühlvoller Ansatz besser ersichtlich als in ihren eigenen vier Wänden. Das Eames House, unter welchem Namen es bekannt ist, wurde so designed und vorgefertigt, dass es auf unendlich verschiedene Weise den Ansprüchen des Paares dient. Es war hell, farbenfroh, ungezwungen und vollgepackt mit handelsüblichem Mobiliar neben Kunstwerken, die sie von ihren Reisen um die Welt mitbrachten.  Das Charles & Ray Eames House in Kalifornien Photo © Eames Office; image Courtesy of C-Mine

Mit mehr als 380 ausgestellten Objekten, Bildern und Installationen bietet The World of Charles and Ray Eames einen Sitz in der vordersten Reihe für einige der weltweit einflussreichsten Designideen. Neben einem vollen Programm an Gastsprechern und geführten Touren, haben die Ausstellungsorganisatoren auch lokale Begeisterte dazu angeregt, Stücke beizusteuern – darunter auch der Vintage Eames Pop-Up Shop unseres geliebten Pamono-Händlers Vintage Village.

Der aktuelle Ausstellungsort in Belgien bildet zudem eine perfekte Kulisse, die alles verkörpert, wofür die Eames standen. Genk ist eine kleine Stadt in Flandern, die traditionell eng mit dem Kohlebergbau verbunden ist. Seit sich dieser Industriezweig im Aussterben befindet, arbeitet die Stadt daran, den alten Minen einen neuen Zweck zu geben und so wurde 2005 die Winterslag Mine zu einem künstlerischen Zentrum und kreativen Knotenpunkt namens C-Mine. Laut dem Bürgermeister der Stadt, Wim Dries, der zur Ausstellungseröffnung eine Rede hielt, „sind die Eames Pioniere in der Demokratisierung von Design; nutzerzentriertes Design für alle. Dies passt hervorragend zur DNA der Stadt Genk und der C-Mine und spricht jeden „Nutzer“ der Stadt an. Das Design-für-Alle-Erbe der Eames ist wahrhaftig auch eine Inspiration für die C-Mine, für die Stadt Genk und ohne zweifel für jeden, der The World of Charles and Ray Eames einen Besuch abstattet.“

The World of Charles & Ray Eames läuft vom 18. Februar bis zum 18. Mai 2017 im C-Mine Design & Cultural Center in Genk, Belgien.

 

  • Text by

    • Órlaith Moore

      Órlaith Moore

      Originally from Ireland, Órlaith studied French and history, and inevitably fell in love with architecture and design while working as a tour guide on the Eiffel Tower. Since moving to Berlin, she’s committed to creating a beautiful, encyclopedic guide of vintage designers for Pamono, mastering the complexities of German grammar, and discovering every Biergarten in the city. 

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