Ein Interview mit der gefragten Kuratorin Maria Cristina Didero


Scene Maker

Von Anna Carnick

In den letzten Jahren wurden wir immer wieder auf einen Namen aufmerksam: Maria Cristina Didero. Mit jeder neuen Designsaison stellen wir fest, dass Ausstellungen, die uns besonders reizen, immer mit dieser Dame in Verbindung stehen.

Die Design-Expertin brachte sich ihr Wissen über diese Fachrichtung selbst bei. Als eine der gefragtesten, freien Kuratorinnen wirkt Didero sympathisch und äußerst geschickt. Sie hat innerhalb der vergangenen zehn Jahre eine unglaubliche Anzahl an Designprojekten organisiert und ausgeführt. Zu ihren Projektmitarbeitern zählen Größen wie Studio65, Ross Lovegrove, Philippe Malouin, Atelier Biagetti, Carlo Massoud und Stephen Burks. Letzte Woche eröffnete im Design Museum Holon ihre aktuelle Ausstellung Nendo: The Space in Between, eine der meist ersehnten Design Ausstellungen des Jahres.

Wenn es um zeitgenössisches Design geht, sind Dideros Projekte in aller Munde. Visuell liefern sie oftmals einen dramatischen Effekt und sind immer poetisch und betörend. Didero interessiert sich vor allem für die Radical Design Bewegung der 60er Jahre, die kürzlich ein Wiederaufleben feierte. In ihren Ausstellungen werden eine Auswahl verschiedenster Designer und Stile unter die Lupe genommen. Wie Didero es selbst formuliert: „Ich glaube daran, dass Personen und Persönlichkeiten in der Designwelt weitaus wichtiger sind, als die Gegenstände, die sie produzieren.“

Didero ist zudem sehr beliebt. Designer, die mit ihr zusammenarbeiten, schwärmen von ihr.  Alberto Biagetti und Laura Baldassari von Milans Atelier Biagetti haben an zahlreichen Projekten mit Didero zusammen gearbeitet. Sie sagen: „Maria Cristina besitzt ein ausgezeichnetes Gespür für Innovation. Darin ist sie anderen internationalen Designern voraus. Sie ist eine mutige Vorreiterin und ein gutes Beispiel für ein italienisches Talent, das an der Spitze ihres Sektors arbeitet und Produkte zu 100% in Italien herstellt.“

Der walisische Designer Ross Lovegrove ist gleicher Meinung: „Ich habe vor einigen Jahren mit Maria Cristina für meine Ausstellung ENDLESS Cardi Black Box in Mailand zusammen gearbeitet. Sie ermöglichte diese Ausstellung und verwirklichte sie ohne jegliche Abstriche. Sie versteht die Beziehung zwischen Künstler und Designer sehr gut. Diese Beziehung ist noch relativ neu. Maria Cristina ist eine Meisterin darin, Designkonzepte über dem Gewerblichen oder dem Kommerziellen hinaus zu abstrahieren und zu harmonisieren.“

Philippe Malouin sagt: “Seit meinem ersten Treffen mit Maria Cristina wusste ich, dass es Spaß machen würde, mit ihr zusammen zu arbeiten. Maria Cristina begeistert sich für die Ideen der Designer. Die Ausstellung, die wir zusammen ins Leben gerufen haben war das Resultat unserer Gespräche. Durch diese Ausstellung konnten wir aufzeigen, was aus dem ‚schlichten‘ Design geworden ist. Nach meinen Unterhaltungen mit Maria Cristina kam ich auf Ideen, auf die ich alleine nie gekommen wäre. Die Stücke in der Ausstellung sind umso interessanter. Diese Zusammenarbeit ist und bleibt eine meiner schönsten und anregendsten Erfahrungen.“

Didero ist neben ihrer Tätigkeit als freie Kuratorin als erfolgreiche Journalistin und ehemalige Geschäftsführerin der Fondazione Bisazza tätig. Sie beaufsichtigte auch über zehn Jahre die institutionelle Partnerschaft des Vitra Design Museums in Italien.

Wir hatten kürzlich das Vergnügen mit Didero zu sprechen. Lesen Sie weiter, um mehr über eine der wichtigsten Pionierinnen zeitgenössischen Designs zu erfahren.

Curator Maria Cristina Didero Photo © Giada Paoloni for Pamono Anna Carnick: Wo sind Sie aufgewachsen?

Maria Cristina Didero:  Ich bin in Rimini an der Ostküste Italiens aufgewachsen. Das Klischee dieser Stadt ist ihre Unterhaltungsindustrie, Spaß, Sport und Essen. Rimini ist ein Aufenthaltsort für nur begrenzte Zeit, ein Reiseziel für Touristen, die ein paar Tage dort bleiben um sich zu amüsieren und dann wieder verschwinden. Von dieser Stadt habe ich die wahre Bedeutung einiger wichtiger Worte gelernt: Euphorie, Auffallen, Flüchtigkeit und Begeisterung. Ich habe hart daran gearbeitet, in meinem eigenen Leben mit diesen Begriffen klar zu kommen oder mich von diesen zu distanzieren.“

 AC: Würden Sie rückblickend behaupten, Ihre Erziehung hätte Sie auf irgendeiner Weise auf Ihre heutige Berufsrolle vorbereitet?

MCD: Ich war schon immer sehr an Design interessiert. Ich habe mich jedoch mit was ganz anderem beschäftigt, und zwar mit den Geisteswissenschaften. Akademisch habe ich also keinerlei Ausbildung in dem, was ich jetzt tue. Als ich zur Schule ging, gab es in Italien den Beruf des Kurators noch nicht. Tatsächlich haben wir Italiener auch heute noch keine wirkliche Bezeichnung für meine Tätigkeit. Es ist also schwierig, wenn ich bei meiner Tante an Weihnachten zu Besuch bin und erklären muss, was ich eigentlich tue. Dasselbe gilt für die formale italienische Berufsbezeichnung. Deshalb bin ich eigentlich als Journalistin gemeldet.

Ich habe meine Erfahrungen sehr bodenständig gesammelt, weshalb ich mich dem Gebiet ohne Vorurteile nähere. Mein Studium an der Bologna Universität hatte keine Verbindung mit der Fachrichtung Design. Ich habe eigenständig meine Liebe für Design gepflegt. Ich wählte dabei einen Standpunkt, der die Geschichte oder bestehende Tatsachen berücksichtigt. Ich glaube fest daran, dass die Freiheit die größte Herausforderung aller Ansprüche darstellt, im Arbeitsleben als auch im Studium.

AC: Was hat Sie ursprünglich zum Design geführt? Gabe es einen besonderen Moment oder ein bestimmtes Projekt, die Sie damals inspiriert hat?

MCD: Meine erste wirkliche Begegnung mit der Welt des Designs geht auf mein erstes Treffen mit Alexander von Vegesack zurück, der das Vitra Design Museum gründete und damals Geschäftsführer der Institution war. Ich bekam schließlich die Chance bei Vitra eng mit ihm zusammen zu arbeiten, beinahe 14 Jahre lang. Es war eine endlose Lernerfahrung und machte sehr viel Spaß.


Für mich dreht sich Design nicht nur um Objekte. Vielmehr ist Design eine Geisteshaltung.  AC: Wie hat Design Ihr Leben bereichert?  

MCD: Selbstverständlich gibt es Design überall. Für mich dreht sich Design nicht nur um Objekte. Vielmehr ist Design eine Geisteshaltung. Natürlich will ich verstehen, wie die Dinge gemacht sind, auch die scheinbar banalen, die oft die interessantesten Objekte darstellen. Ich muss jeden Tag daran arbeiten, nicht komplett durchzudrehen, denn ich sehe mir die Unterseite der Sitzbänke an Flughäfen an, ich behalte Bordpässe mit den besten Entwürfen und ich kehre von meinen Reisen mit verschiedenem Werkzeug zurück. Ich habe sogar eine wachsende Sammlung leerer Plastikflaschen. Das Sammeln war anfangs ein Spaß, mit dem Ziel, die Flasche mit der besten Form und Dekoration zu finden, aber die Suche geht weiter!


AC: Gibt es Einzelpersonen, die Sie als Mentoren beschreiben würden?

MCD: Ich weiß nicht, ob Mentoren die richtige Bezeichnung ist, aber ich hatte auf alle Fälle Glück, viele tolle Persönlichkeiten zu treffen, deren Ansichten mich in meiner Meinungsbildung positiv beeinflusst haben. Das waren wie bereits erwähnt, von Vegesack und [der griechisch-zyprische Unternehmer und Sammler] Dakis Joannou, der mir seine Liebe für Radical Design vermittelte, das meine Ideen stark beeinflusst.

AC: Wir beglückwünschen Sie zu Ihrer wunderschönen, kürzlich eröffneten Ausstellung Nendo in Tel Aviv. Was hat Sie an dem Nendo Projekt und am Design Museum Holon gereizt?

MCD: Galit Gaon, die Kuratorin des Museums, lud mich dazu ein, ein Projekt zu betreuen. Ich freue mich, mit ihr zusammen arbeiten zu dürfen. Dann fragte sie mich, ob ich Interesse an Nendo hätte und ob ich eine Einzelausstellung organisieren würde, die die erste museale Präsentation der Arbeiten des Studios darstellt. Ich hatte [Nendo Designer] Oki Sato ein paar Mal in Mailand zu verschiedenen Anlässen getroffen. Ich freute mich und sagte zu. Oki war zum Glück auch einverstanden.

Das Vorhaben, die zahlreichen hochqualitativen Nendo Werke zu ordnen, stellt einen Kurator vor einer großen Herausforderung.  Ich wollte die Geschichte des Studios von seinen Anfängen bis zur Gegenwart erzählen. Können wir die Ausstellung aber als Retrospektive bezeichnen, wenn wir jemanden ausstellen, der nicht einmal 40 Jahre alt ist und sein Studio erst vor 14 Jahren gegründet hat? Also dachten wir uns das erzählerische Hilfsmittel „in between” aus, um diese Geschichte erzählen zu können. Oki reagierte mit derselben großen Begeisterungsfähigkeit, die jedes einzelne seiner Projekte ausmacht.

Nendo at The Space in Between exhibition in Design Museum Holon, Tel Aviv, 2016 Photo by Takumi Ota; courtesy of Design Museum Holon AC: Was begeistert Sie an Nendos Arbeiten?

MCD: Ich glaube daran, dass Personen und Persönlichkeiten in der Designwelt weitaus wichtiger sind, als die Gegenstände, die sie produzieren. Natürlich müssen sie auch interessante Projekte liefern. Ich bin immer auf der Suche nach Objekten, die einen gewissen Grad an Poesie und eine starke Geschichte aufweisen. Oki ist eine besondere Person mit einer hohen Portion Kreativität und einer unglaublichen Ergiebigkeit, die ich so nie zuvor gesehen habe. Seine Kreativität und straffe Organisation haben ihn zu einem einzigartigen Designer gemacht und ermöglichen ihm und seinem Studio, mehrere verschiedene Projekte gleichzeitig anzugehen. Er ist so beschäftigt, dass ich mir immer noch nicht sicher bin, auch nicht nach eineinhalb Jahren Ausstellungsvorbereitung, ob er in der Nacht schläft.

AC: Können Sie uns etwas über Ihr anstehendes Projekt zum Radical Design verraten?

MCD: Vor einigen Jahren traf ich zufällig Zesty Meyers, einen der Partner der New Yorker Designgalerie R & Company. Wir unterhielten uns und dabei kamen sehr schnell großartige Ideen auf. Damals schrieb ich einen Artikel für die Publikation 1968 von[dem italienischem Künstler] Maurizio Cattelan und [dem italienischen Fotografen] Pierpaolo Ferrari. Mein Beitrag handelte von Dakis Joannous hervorragender Radical Design Sammlung. Dieses Buch hat das Bild ikonischer Radical Design Stücke aus dem besonderen Jahr 1968 neu definiert. Zesty erzählte mir, dass seine Galerie viel mit italienischem Radical Design zu tun hatte. Bald lernte ich auch Evan Snyderman kennen, Zestys Partner der Galerie. Seit diesem Zeitpunkt, seit über zweieinhalb Jahren, widmen wir uns ganz intensiv unserem gemeinsamen Projekt, mit dem Titel SUPER DESIGN. Das Projekt besteht aus einer Ausstellung, einem Buch und einem Film und beinhaltet einige Video-Interviews mit den Hauptfiguren dieser Epoche. Evan und ich waren schon immer der Meinung, dass die Geschichten dieser wichtigen Talente aufgezeichnet und archiviert werden müssen. Deshalb bat ich [den italienischen Produzenten] Francesca Molteni darum, für diese Dokumentation Regie zu führen. Ich freue mich, dass wir ihn gefragt haben, denn es geht sehr gut voran! Hoffentlich bleibt das so, denn wir haben noch einiges an Arbeit vor uns!

AC: Radical Design scheint derzeit hinsichtlich Ausstellungen und als Quelle schöpferischer Tätigkeiten von zeitgenössischen Designern sehr geschätzt zu werden. Wie erklären Sie sich das aktuelle Aufleben des Radial Designs?

MCD: Diese spezielle Periode war von Freiheit und Überzeugungen geprägt. Damals wollte man wirklich die Welt verändern, von ihren Wurzeln aufwärts. Man glaubte so sehr daran, eine Änderung zu erzielen, dass sie auch auf eine gewisse Art gelang.  Die radikalen Designer erschütterten nicht nur den Status Quo, sie veränderten auch für immer unsere Sicht auf Architektur und Design. Ich glaube, dass ein Teil ihrer Vision und ein Teil ihres Geistes und Ehrgeizes in unserer heutigen Welt sehr hilfreich wäre. Es macht Sinn, dass viele Menschen heute daran gefallen finden. Sie sind zu einem Symbol von Kraft und Leidenschaft geworden.

Für Maria Cristina gehört das Beobachten, Schreiben und Arbeiten zum Leben dazu. Alles um sie herum hat einen scharfen, intensiven Zauber. Sie ist alles, der Erwachsene und das Kind. Und darüber hinaus, pure Intelligenz und Feingefühl. Sie ist eine treibende kreative Kraft, die perfekte Übersetzerin, eine Art magische Figur. AC: Warum glauben Sie, dass Handwerk und Handgemachtes wieder aufleben? Ist es vielleicht eine direkte Antwort auf die aktuelle digitale Revolution?

MCD: Ich bin der Meinung, dass die Welt ein Gegengewicht zu der Geschwindigkeit digitaler Medien braucht. Heute gibt es eine bestimmte Tendenz, nach reinen und wahrhaften Dingen zu suchen. Dieses Phänomen betrifft alle Bereiche, von Gastronomie über Mode. Die Globalisierung musste eintreten, aber sie verändert unsere Gewohnheiten wenig. An dem Tag, als das Ladurée Outlet in Mailand eröffnet wurde [eine berühmte Pariser Konditorei, bekannt für ihre Makronen], war ich sehr traurig. Ich will nicht am Piazza Duomo vorbei, um eine Makrone zu holen. Ich mag die Vorstellung, ein besonderes Gebäck nur an einem Ort erhalten zu können, das nicht jeden Tag zu haben ist. Der Zauber des Wartens, das Wachsen des Verlangens danach, der langersehnte Moment, an dem man endlich am Place de la Madeleine ankommt! Ich weiß, dass das eine konservative Haltung ist und sich die Dinge verändern, aber sie werden nicht unbedingt immer besser. Jedenfalls liebe ich das Ladurée, wo auch immer es sich jetzt befindet!

AC: Welche Epoche glauben Sie, wird als nächstes wieder aufleben?

MCD: Ich kann leider nicht hellsehen, aber ich würde mich sehr freuen, wenn es das Bauhaus oder der Jugendstil wäre.

AC: Wen empfinden Sie als aufregendsten Designer unserer Zeit und warum?

MCD:  Ich werde es natürlich vermeiden, alle Designer, mit denen ich bisher arbeiten durfte, zu erwähnen. Die Zusammenarbeit ist schon Beweis dafür, wie sehr ich diese Designer bewundere. Also werde ich jemanden nennen, mit dem ich künftig zusammen arbeiten möchte: Michael Anastassiades.

AC: Mit welchem heute lebenden oder bereits verstorbenen Designer würden Sie am liebsten Essen gehen?

MCD: Vielleicht könnte ich mit Anastassiades Essen gehen. So könnten wir über eine gemeinsame Ausstellung sprechen! Andererseits würde ich aber auch liebend gerne mit  Essen gehen. Wir würden einen ruhigen Abend verbringen und dabei viel reden und aus seinen wunderschönen Gläsern trinken und ein paar Zigaretten rauchen. Wir würden uns wahrscheinlich in einem Restaurant treffen, das mit keinem seiner Elda Stühle ausgestattet ist. Diese Stühle sind unglaublich bequem und ergonom. Auf einem unbequemen Stuhl zu sitzen würde unsere langsame Unterhaltung Aufrecht erhalten. Wenn wir uns zu seinen Lebzeiten verabredeten, würden wir vielleicht ein Schachspiel wagen und ich würde ihn darum bitten, die Zukunft vorauszusagen.

AC: Woran arbeiten Sie momentan noch?

MCD: Zusätzlich zur Nendo Ausstellung am 9. Juli planen wir eine süße und romantische Ausstellung im Kunstgewerbemuseum Dresden mit dem Titel FRIENDS (+Design). Ich selbst werde die Ausstellung mit Tulga Beyerle zusammen kuratieren. Wir haben drei Gruppen von Designern ausgewählt, die sehr eng befreundet sind und baten sie, jeweils ein Projekt zusammen zu entwickeln.

Jede Gruppe erhielt einen eigenen Auftrag.  Die erste Gruppe besteht aus Michael Young, Jerszy Seymour und Richard Hutton. Wir baten sie, gemeinsam eine Arbeit zu entwickeln—drei Hirne und sechs Hände. Die zweite Gruppe besteht aus Mathias Hahn und Tomas Alonso. Sie müssen für einander Geschenke entwerfen. Sicherlich werden die Ergebnisse überraschend und rührend ausfallen. Dann gibt es Philippe Malouin und Bethan Laura Wood, eine interessante Kombination. Sie haben in Domaine de Boisbuchet (Frankreich) Zeit miteinander verbracht und sogar Schein geheiratet. Wir baten sie sich vorzustellen, dass Philippe Bethan bei einem Projekt aushilft, weil Bethan es aus irgendwelchen Gründen nicht schafft und umgekehrt. Die Idee ist es, sich vorzustellen der andere zu sein und in seiner Formensprache zu arbeiten—ein herausfordernder Auftrag, da die beiden Designer zwei sehr verschiedene Ausdrucksweisen haben.

Und natürlich sind Tulga Beyerle und ich sehr gute Freundinnen. Wir haben viel Zeit zusammen verbracht und haben viel Spaß mit den Gruppen. Dieses Projekt hat für mich eine besondere Bedeutung: FRIENDS fordert die stark wettbewerbsorientierte Designwelt von heute heraus. Es ist eine sehr ehrliche aber auch eine skeptische Ausstellung, die eine andere mögliche Welt zeigt. Sie stellt ein Gegenmittel zum Zynismus des Kommerzes und der Finanzbeziehungen dar. Nach dem 9. Juli werde ich mir hoffentlich eine wohlverdiente Pause gönnen. Ich werde aber weiterhin mit R & Company an der Radical Design Ausstellung arbeiten und an ein paar anderen Projekten, die ich noch nicht preisgeben darf . . .


„Ich hatte das Glück mit MC Didero für meine erste Armory Show 2015 zusammen zu arbeiten. Das Arbeiten hat noch nie so Spaß gemacht und war noch nie so seriös wie seit dem Moment ihres ersten Besuchs in Beirut bis zur Ausstellung in New York. Man kann unglaublich gut mit ihr arbeiten. Sie ist entspannt, schnell und offen für Ideen. Außerdem ist ihr italienischer Akzent legendär.“ - Carlo Massoud AC: Sie haben im Laufe Ihrer Karriere mit so vielen herausragenden Designern gearbeitet. Wenn Sie sich einen Begriff oder kurzen Satz überlegen müssten, um die Personen zu beschreiben, wie würde dieser lauten?

MCD: Das macht Spaß! Ich würde folgendes sagen:

-Ross Lovegrove: Jetzt ist die Zukunft.

-Ron Gilad: Innig nachdenken.

-Carlo Massoud: Wenn Instinkt auf Design trifft.  (Wenn es um spontane Kreativität und Leidenschaft geht, ist er beides. Wir werden bald mehr von ihm hören!)

-Gala Fernández Montero: Eine spanische Designerin mit einer mutigen Einstellung. Sie geht neue Projekte ganz ohne Angst an.

-Atelier Biagetti: Design ist das stärkste Ausdrucksmittel, um die Wirklichkeit zu erforschen.

-Philippe Malouin: Einfach und anspruchsvoll. (Philippe ist einer der begabtesten Designer der Szene und ein großartiger normaler Mensch. Dem ist nichts hinzuzufügen.)

-Michael Young: Wenn Technik endlich zum Mittel und nicht zum Zweck wird. (Alles, was Michael macht, ist besonders. Was ich an ihm schätze ist die Leichtigkeit, mit der er komplizierte Projekte in aufwendiger Produktion konzipiert, sowie seine andauernde Erprobung neuer Techniken, um Grenzen zu überschreiten)

-Studio Mischer’Traxler: Die Liebe zum Prozess und der Liebesprozess. (Sie sind ein unglaubliches Paar. Sie sind nicht nur herausragende Designer, sondern haben auch als Menschen eine unglaubliche Ausgeglichenheit. In diesem Sinne verkörpern sie für mich auch den Liebesprozess.)

  • Interview by

    • Anna Carnick

      Anna Carnick

      Als ehemalige Redakteurin bei Assouline, der Aperture Foundation, Graphis und Clear feiert Anna die großen Künstler. Ihre Artikel erschienen in mehreren angesehenen Kunst- und Kulturpublikationen und sie hat mehr als 20 Bücher herausgegeben. Sie ist die Autorin von Design Voices und Nendo: 10/10 und hat eine Leidenschaft für ein gutes Picknick.

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